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Rohrbeck

Rohrbeck ist seit 1.7.1950 ein Gemeindeteil der Gemeinde Dallgow-Döberitz. 

Es liegt westlich von Berlin im Landkreis Havelland in Brandenburg.

  • Ortsname: Der Ortsname Rohrbeck, fand wohl 1313 zum ersten Mal Erwähnung als Rorebeke und steht für „Rohrbach, Schilfbach“. Der entlang des Dorfes fließende Bach heißt Rorbeke.

  • Siedlungsform: Bei Rohrbeck handelt es sich um ein klassisches Straßendorf. An der westlichen Straßenseite liegen Drei- und Vierseithöfe, an der östlichen Straßenseite sind die ursprünglichen Bebauungsstrukturen nur noch unvollständig erhalten. Das ehemalige Schulgebäude liegt neben der Kirche und wird heute als Gemeindehaus genutzt. In der Dorfstraße befindet sich der ehemalige Gasthof „Alter Olympischer Krug“, wo noch heute die olympischen Ringe über der Tür erkennbar sind.

  • Dorfkirche: An der Kreuzung von Dorf- und Hauptstraße steht auf einer Anhöhe die Dorfkirche, welche als Blickfang das Dorf überragt.

Seit 700 Jahren ist sie Mittelpunkt der Gemeinde im Havelland. Heute ist sie ein denkmalgeschütztes evangelisches Kirchengebäude.

 

1_Rohrbeck_(Havelland)_church_NE_2016

2_Rohrbeck_(Havelland)_church_SW_2016


Geschichte der Kirche:

Die Rohrbecker Kirche wurde Mitte des 13. vom Spandauer Benedektinerinnen-Kloster gegründet. Schon im Jahr 1313 wurde das Pfarrdorf "Rohrbeke" das erste Mal urkundlich erwähnt. Die Kirche wurde im Mittelalter (14./15. Jahrhundert) als rechteckiger Saalbau im romanischen Stil aus Feldsteinen erbaut. Sie gehört zu den ältesten Bauten des Havellandes. Insbesondere das Feldsteinmauerwerk und die aus Klosterziegeln gemauerte Sakristei mit Kreuzgewölbe und Sakramentsnische deuten auf diese Entstehungszeit hin. Die Epitaphe und Leichensteine im Gebäude lassen sich bis in das Jahr 1585 zurückdatieren. Der Kirchturm war ursprünglich aus Holz errichtet und brannte 1590 durch einen Blitzschlag nieder. Der ursprüngliche kleine Holzturm im Westen brannte 1590 durch einen Blitzeinschlag nieder. Er wurde 1610 durch einen Fachwerkturm mit Steinverblendung ersetzt. 2009/2010 wurden ein Wetterhahn und eine Uhr an den neu verputzten Kirchturm angebracht und die gesamte Außenfassade mit Fenstern saniert.


Innenraum: 

Auch die Innenausstattung der Kirche ist überwiegend denkmalgeschützt und beeindruckt den Besucher durch Schönheit und Alter. Die Kanzel wird auf das Jahr 1695 dartiert. In der Kirche befindet sich ein von der Decke herabschwebender hölzener Taufengel (1780/1800) der eine Schale aus Messing hält, die 320 Jahre alt ist. Bis heute werden die Rohrbecker Kinder mit Wasser aus dieser Schale getauft. Dank einer großzügigen Spende konnte der Taufengel restauriert werden. Der Barockaltar mit einem Bild von der Kreuzigung Jesu und großen geschnitzten Engeln als Altarflügel ist auf den Beginn des 18. Jahrhunderts datiert. Eine besondere Atmosphäre lässt das Kerzenlicht des achtarmigen Kronleuchters und der Apostelleuchter an den Wänden aus dem Jahr 1905 entstehen.


Gefangenenfriedhof mit „Trauender Maria“:

In unmittelbarer Nähe des Dorfes befindet sich der sogenannte Galgenberg, auf dem sich bis 1920 ein Friedhof für gestorbene Kriegsgefangene aus dem Ersten Weltkrieg befand.  Dort befindet sich eine trauernde Frauengestalt, die von französischen Gefangenen errichtet worden sein soll. ​Im Volksmund auch „Weiße Maria“, „Weiße Madonna“ oder „Heilige Maria“ genannt. In Rohrbeck war damals ein Kriegsgefangenenlager eingerichtet, in welchem bis zum Kriegsende 1918 mehr als 30.000 Gefangene interniert waren.

 

3_Archiv_Kluger_1968 

Quellen: Wikipedia, Dorfkirche Rohrbeck von Annekathrin Bergner und Elisabeth Fleisch, Archiv Kluger