Seeburg
Geschichte
Die Entstehung des Ortsnamens:
1283 Erwähnung des „dorffs Seheberge“
1313 in Seborch
1321 Seheborgk
1332 Seborch
1459 Seborch
1473 Seheberge
1671 Seburk
Mundart Seborch „Seeburg“
Da es um oder in Seeburg weder eine Burg noch einen See gab, lässt sich der Ortsname nicht von örtlichen Gegebenheiten ableiten.
Möglich ist, dass sich Bewohner von Seeburg bei Eisleben ansiedelten und den Namen übertrugen. Aber auch ein Herr von Seeburg könnte als Siedlungskommissar aufgetreten sein, nach dem sich der Ort nannte oder benannt wurde. Die Herkunft des Ortsnamens ist bis heute nicht eindeutig geklärt.
Siedlungsform:
Straßendorf
Herrschaftszugehörigkeit:
1321-1558 Kloster Spandau
1558-1872 Amt Spandau über Obergericht und Wagendienste (1375) bzw. Obergericht
Patronat und Dienste (1590, 1652); daneben 1473 bis nach 1644 die Brietzke zu Britz
über die Pachten und Zinsen
Ab 2. Hälfte des 18. Jh. Gut Groß Glienicke über das Patronat
Gerichtszugehörigkeit:
Bis 1894 Land- und Stadtgericht Spandau
1849-1878 Kreisgericht Spandau
1879-1945 Amtsgericht Spandau bzw. Berlin-Spandau
1945-1952 Amtsgericht Falkensee
Wirtschafts- und Sozialstruktur:
1313 Pfarrdorf
1375 40 Hufen (in anderer Handschrift 45 Hufen) davon hat der Pfarrer 3 Hufen
1450 59 Hufen, davon 3 Pfarrhufen
1590 Pfarrhof mit 3 Hufen (wird von einem Meier verwaltet); ein Lehnschulze mit 6 Hufen, 3 Lehnhüfner, 4 Sechshüfner, 3 Fünfhüfner, Küster (hat Acker im Felde)
1624 57 Hufen und 3 Pfarrhufen, 11 Hüfner, 1 Laufschmied, Hirtenknecht
1652 Meierei des Amtes Spandau mit 20 wüsten, z.T. bewachsenen Bauernhufen; 1 Schulze mit 6 Hufen (3 Lehnhufen), 1 Sechshüfner, 2 Vierhüfner, 1 Freigut mit 5 Hufen, 1 Meierei des Pfarrers mit 3 Pfarrhufen und 1 wüsten Sechshufengut; 5 wüste Bauernhöfe mit zusammen 26 Hufen (sind zur Amtsmeierei gelegt)
1708 57 Hufen zu 5 Scheffel Roggen-, 2 Scheffel Gersten und 1 Scheffel Hafersaat; Sechshüfner (1 Kornschreiber), 3 Fünfhüfner, 3 Vierhüfner, 1 Dorfschäfer
1745 11 Bauern
1772 1 Bauer, 1 Freischulze, 9 Bauern, 119 Personen
1800 57 Bauernhufen, 3 Lehnhufen; 16 Feuerstellen, 1 Lehnschulze, 10 Ganzbauern, 2 Einlieger; Amtsvorwerk; 114 Mg Holz
1840 27 Wohnhäuser
1860 Dorf mit 4 Ablegern (Vorwerk, Ziegelei); 5 öffentliche, 28 Wohn- und 55 Wirtschaftsgebäude
1894 9 Bauerngutsbesitzer, 1 Büdner, 1 Büdner und Handelsmann, 1 Gastwirt, 1 Müller und Bäckermeister, 1 Schmiedemeister, 1 Tischler, 1 Maurer, 2 Stellmacher, 1 Milchhändler, 2 Altsitzer, 1 Lehrer, 2 Witwen
1900 39 Wohnhäuser
1925 426 Einwohner + 12 in Neuseeburg
1931 50 Wohnhäuser
1939 Land- und forstwirtschaftliche Betriebe: 1 mit über 100 ha, 15 mit 20-100 ha, 3 mit 10-20 ha, 8 mit 0,5-5 ha
1946 1082 Einwohner
1947 515 ha enteignet, davon 372 ha aufgeteilt auf 38 Eigentümer (20 landlose Bauern und Landarbeiter, 8 Umsiedler, 10 nichtlandwirtschaftliche Arbeiter und Angestellte); 106 ha des enteigneten Gutsbesitz Döberitz („Reichsfiskus“) an die Gemeinde Seeburg übergeben; VEG (Volkseigenes Gut) Karolinenhöhe
1953 LPG III (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft „Einheit“) 6 Mitglieder und 23 ha
1959 Vereinigung der Seeburger und Groß Glienicker LPG mit Sitz in Seeburg zur LPG „Ernst Thälmann“
1960 1 LPG mit 93 Mitgliedern und 668 ha; Gutshof VEG Karolinenhöhe
1964 461 Einwohner
1991 Auflösung der LPG und Rückübertragung der Ackerflächen
2003 Eingemeindung von Seeburg nach Dallgow-Döberitz
Die wichtigsten Ereignisse in der Geschichte von Seeburg sind:
1283: Erste schriftliche Erwähnung des Ortes unter dem Namen „Seheberge“.
1313: Nennung eines Pfarrers Johann aus „Seborch“.
1321: Seeburg wird Eigentum des Nonnenklosters zu Spandau.
1375: Seeburg wird im Landbuch als Besitz des Klosters aufgeführt.
Nach der Reformation: Seeburg fällt an den Kurfürsten von Brandenburg und wird vom Amt Spandau verwaltet.
1618–1648: Dreißigjähriger Krieg führt zu Verwüstungen, Pest und Hunger.
1807–1816: Bauernbefreiung und grundlegende Veränderungen durch die Separation.
1894: Enteignung von Land durch die Heeresverwaltung für den Truppenübungsplatz Döberitz.
1945: Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg und Besetzung durch die Russen; erhebliche Kriegsschäden, darunter die Zerstörung der Kirche.
1949: Festlegung der Sektorengrenzen von Berlin; Teile von Seeburg werden dem englischen Sektor zugeordnet.
1961: Bau der Berliner Mauer; Seeburg wird von Westberlin abgeschnitten.
1989: Wende und wirtschaftliche Umbrüche; Auflösung der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften.
1991: Rückgabe der Ackerflächen an die Bauern und Beginn neuer landwirtschaftlicher Tätigkeiten.
2003: Seeburg wird ein Ortsteil der Gemeinde Dallgow-Döberitz.
